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Als Freelancer arbeiten – so war mein erstes Jahr

Khoa Nguyen - Rückblick auf 1 Jahr als Freelancer

Wenn man sich im Leben etwas Neues vornimmt, entfernt man sich von der bisherigen Komfortzone. Doch mit den kommenden Herausforderungen, die man bewältigt wächst auch das Selbstbewusstsein.

Im August 2019 stand mit dem Bergmarathonlauf in den Allgäuer Bergen in der Sommerhitze eine Herausforderung an, die meine Premiere war. Selbstzweifel waren da und dieses Gefühl kannte ich nur sehr selten. Als der Startschuss fiel verspürte ich nur reine Motivation und pure Lebensfreude. Zu dem Zeitpunkt hatte ich für keine Sekunde Zweifel, dass ich es auch bis zum Ziel schaffte. Die Willenskraft und der Fokus haben mich ins Ziel gebracht. An diesem Tag war keine Bestzeit geplant. Ich habe auch nicht die Steigungen und Strecken studiert. Ich ging rein mit der Einstellung: „Just do it.“ In so einem Lauf, der für gewöhnlich eine bis anderthalb Stunden länger als bei einem gewöhnlichen Lauf dauert, sind die Gedanken in alle Richtungen zerstreut.

Ein ernsthafter Gedanke war tatsächlich, wie ich diese eine komische Seite in der digital verstaubten Ecke auf ein optisch ansprechendes Format bringe, die ich in khoa-nguyen.de umbenannt habe. Ich habe sie mal als SEO-Blog mit einigen wenigen Inhalten publiziert. Da sie noch inhaltsleer war, machte es wenig Sinn, sie zu veröffentlichen. Doch erstmal drehten sich die Gedanken um das eigentliche Laufziel.

Nach dem geschafften Marathon wusste ich: egal welches Ziel ich mir setze – ich werde es auf jeden Fall packen. Dafür muss ich meine Philosophie in die Online Marketing Welt einbringen und menschlich der Mensch sein, der für andere da ist und unabhängig vom Budget das Maximum rausholen.

Vorab schon mal gesagt: Ich habe es als Freelancer geschafft! Die Online Marketing Welt ist ein sehr vielschichtiges, faszinierendes Feld und anders als früher im Angestelltenverhältnis hockt man nicht rund um die Uhr vor dem Rechner. Ihr werdet in diesem Artikel erfahren, worauf ich im ersten Jahr Wert gelegt habe, was ich eigentlich gemacht habe, mit welchen Kunden ich es zu tun habe und welche Philosophien ich verfolge. Wenn der Texte irgendwann mal in Zukunft von jemandem gelesen wird, der sich für den Weg abseits des Angestelltenverhältnisses interessiert, kann die Person sich gerne davon inspirieren.

Wer ich bin und was mich ausmacht

Khoa Nguyen

Als wenig mitteilsamer Mensch möchte ich mich nicht über Zertifikate, Logos von Kunden, Sternchen Bewertungen, Kochhut Bewertungen, Testimonials und sonstigen Kram etablieren. Ich hätte locker von meinen früheren Arbeitgebern ganze Seiten mit prachtvollen Logos und Brands befüllen können. Darunter sind mehrere Weltmarken von Großkonzernen. Doch da ich sie als Freelancer nicht aktiv betreue und sie auch nicht betreuen will, da ich den Fokus auf KMUs lege, ist es wenig sinnvoll, sie aufzulisten. In gewisser Weise können die Inhalte, die ich hier verfasse oder nicht verfasse, auch als Spiegelbild meines Charakters bezeichnet werden.

Wie man seinen Karriereweg beschreitet, hängt meiner Meinung auch von den Menschen ab, die einen geprägt haben. Ich lernte während meiner Zeit als Angestellter inspirierende Persönlichkeiten kennen, die fachlich nicht nur top sind, sondern auch ein gewisses Maß an Bescheidenheit und Ruhe ausstrahlten. Obwohl sie sich nie in den Vordergrund spielten, im Internet nicht präsent waren, waren sie als Experten und vor allem als Menschen sehr gefragt. Und das waren auch Menschen, die auch bereit waren, sich vom Angestelltenverhältnis wieder zu befreien, um beispielsweise wieder zu studieren oder eine Auszeit nahmen und eine Weltreise machten, um andere Kulturen kennenzulernen und ihren Horizont erweiterten.

Von Vorbildern geprägt

Gute Freelancer oder generell Experten in meiner Branche sind meiner Meinung diejenigen, die so brillant sind, dass sie keine eigene Webseite benötigen und durch Empfehlungen und Mundpropaganda ins Rampenlicht rücken, obwohl sie nicht danach streben. Und so erinnere ich mich wieder an die gute alte Zeit vor den Smartphones und dem Internetzeitalter zurück. Damals gab es kein Google, Yelp oder Trip Advisor. Empfehlen konnte man die Restaurants außerhalb der Welt des Internets auf verschiedenste Weise. Und diese Offline Welt ist etwas, was mich sehr fasziniert. Ich muss manchmal den Kopf schütteln, wenn meine Wegbegleiter ihrerseits den Kopf schütteln, dass ich kein Internet nutzen will, um mich zum Ziel zu navigieren.

Das kommt schon mal in einer weltfremden Stadt tausende Kilometer von der Heimat entfernt. Ich sage einfach, dass die Möglichkeiten in der Welt so groß sind, dass man die Leute persönlich nach dem Weg fragen kann, sich an den Himmelsrichtungen und Sonnenständen orientiert und auf sein Bauchgefühl hört. In dieser Hinsicht bin ich noch an der Lebensart der früheren Jahrzehnte gewohnt. Statt bei Amazon was zu bestellen, gehe ich zum nächsten kleinen Landen in der Nähe. Der kleine Ladenbesitzer kennt sein Sortiment besser als irgendein Riesenshop im Internet, wo man die Leute nicht persönlich sieht.

Was mich persönlich nicht so anspricht, sind Kaltakquise-Aktivitäten von meiner Seite aus. Während meiner Freelancer Aktivität habe ich kein einziges Mal zum Telefonhörer gegriffen, um den Leuten was zu verkaufen. Ich habe einige Male mal Initiativschrieben an Unternehmen verfasst, um auf meine Dienstleistungen aufmerksam zu machen. Darauf bin ich nicht stolz. Man sieht die Welt ein wenig mit anderen Augen, wenn man sowas macht. Ich habe einige Jahre mit einer Menge an Sales-Experten zusammengearbeitet. Beeindruckende Persönlichkeiten und Freunde, die jeden Tag um Sales kämpfen und Performance Ziele haben. Von daher schätze ich diese Arbeit, die sie leisten sehr und verteufle auch niemanden, wenn sie mich mal anrufen.

Gegen Monopolstrukturen

Und genau in dieser Denkweise kann man mich eingliedern. Mit dem kleinen, feinen Unterschied, dass ich mit meiner zweiten SEO-Persönlichkeit die Welt des Traffics durchaus verstehe und interpretieren kann. Ich beschäftige mich mit IT-Innovationen, Codes, Skripte, Innovationen & betriebswirtschaftliche Themen im digitalen Umfeld. Ich habe in den 10 Jahren als Angestellter bemerkt, dass ich zwar die scheinbare finanzielle Sicherheit im Unternehmen erhalte.

Doch sinnerfüllend ist es nie gewesen, wenn man jeden Tag um Punkt 9 am gleichen Arbeitsplatz ist und darauf hofft, dass es endlich 5 Uhr ist und man endlich nach Hause gehen kann. Ich habe das sehr oft beobachtet, dass die Menschen darauf warten, endlich befreit zu sein und endlich zu ihren liebsten Mitmenschen zu kommen. Ob ihr in eurer Arbeit glücklich seid, werdet ihr auch selbst daran merken, ob ihr montags gern zu eurem Arbeitsplatz kommt und dabei lächeln könnt.

Khoa Nguyen - SEO Freelancer aus München

Man ist in gewisser Weise von irgendwas abhängig. Ich kann in meinem Job z.B. nur gut sein, wenn Google, Bing und andere Suchmaschinen nicht immer wieder Rankings von Seiten durcheinanderwirbeln und die SEO-Optimierung einigermaßen transparent und nachvollziehbar ist. Suchmaschinen sind meiner Meinung nach hilfreich für die Menschen rund um den Globus. Man ist auf den neuesten Stand, was die Infos angehen, kann sich weiterbilden. Die Suchmaschinen weisen den Weg zum Ziel. Ich selbst möchte aber nicht davon abhängig sein und nutze auch andere Suchmaschinen.

Doch wenn sie Mittel zum Zweck sind, um die Ziele zu erreichen und den kleinen Ladenbesitzer mehr Umsatz bescheren, dann setze ich gern auf diese Systeme. Ein aktuelles Beispiel ist die Situation im Jahr 2020, wo man zeitweise wohl oder übel auf das Internet setzen musste, um über die Runden zu kommen. Es gibt manchmal diese Ausnahmesituationen, bei der ein Umdenken nötig ist. Und auch als freier Freelancer passt man sein Business der besonderen Situation an. Wie ich es durch diese Zeit in meiner eigenen imaginären Probezeit von 6 Monaten geschafft habe, erfahrt ihr im Folgenden.

Die ersten 3-6 Monate als Freelancer und die Zeit davor – mein Warm-up

Der offizielle Startschuss als Online Marketing & SEO-Freelancer begann im Oktober 2019. Ich wusste ganz genau, dass die ersten 3 Monate beim Start meine Warm-Up Phase war und ich viel in mich investieren musste, um am Markt zu bestehen und um meine Philosophie durchzudrücken. Vielleicht denkt ihr, dass ich diese 3 Monate dazu genutzt habe, meine Seite erst richtig aufzuziehen und die Texte zu schreiben. Doch die Seite war schon im Großen und Ganzen präsentierfähig im Internet vorhanden, als es losging. Dafür habe in der Zeit nach der Arbeit Texte geschrieben, die mein Business beschreiben und ein wenig im WordPress System herumgespielt, bis die Seite halbwegs ordentlich aussah. Natürlich war sie inhaltstechnisch etwas dünner. Doch die wichtigsten Seiten und meine Services waren schon drauf.

Ein paar andere Herausforderungen rückten in den Fokus. Nach langem Hin und Her hatte ich mir endgültig das Ziel gesetzt, die Seite in den sichtbaren Bereich zu setzen. Nur dort gelandet kann ich sicher sein, dass ich die „Probezeit“ gepackt habe. Es war zu diesem Zeitpunkt schon geplant, dass die Seite nach 6 Monaten auf die erste Seite kommt, damit ich nicht wie ein Irrer mich um Projekte aktiv bemühen muss.

Alle organisatorischen Angelegenheiten vorab klären

Ich empfehle folgende Sachen vor dem Start als Freelancer zu erledigen:

  • Alle steuertechnischen (Kleinunternehmerregelung, Umsatzsteuer), unternehmensbezogenen Sachen wie z.B. Gewerbeschein zu erledigen
  • Geschäftskonto eröffnen und dort die Transaktionen zu verfolgen
  • Altersvorsorge, Krankenkassen und sonstige wichtige Versicherungen zu klären bzw. abzuschließen
  • Den finanziellen Spielraum im Blick zu behalten. Ideal wären 2-3 Monatsgehälter als Rücklagen zu bilden
  • Alle wichtigen Software Tools und Programme für eure Arbeit, wenn sie unverzichtbar sind
  • Rechnungsverwaltungsprogramme aufsetzen (ich nutze Debitoor)
  • Euch bei allen erdenkbaren Plattformen für Freelancer anmelden, auf LinkedIn oder Xing euch vernetzen

Nach langem Hin und Her und nach all den bürokratischen Sachen mit Krankenkasse, Steuern, Altersvorsorge im Vormonat konnte ich zum 1.Oktober mich der Arbeit widmen. Ich hatte schon in den Monaten davor alles zuverlässig aufgesetzt: G-Suite, neue Unternehmensmail, ein Wiki System, Trello, Rechnungserstellungs-Tools, die passenden Tools als Testversionen aufgesetzt, mich in allen erdenkbaren Freelancer Portalen eingetragen und mich auch mit verfügbaren Büroräumen und Flächen in München beschäftigt.

Work-Life Balance System entwickeln

Ich habe auch ein Work-Life Balance System entwickelt, bei der die Freelancer-Tätigkeit, meine Tätigkeiten als Unternehmer & Blogger sowie die Weiterbildungszeit im Einklang gebracht wurden. Denn ich bin nicht nur Freelancer, sondern bin auch Blogger und Affiliate Projektmanager.

Ich wusste genau: Egal wie gut oder wie schlecht meine Seite letztendlich performen wird, die eigene Überzeugungskraft ist eng mit dem eigenen Charakter und der Persönlichkeit verbunden. Deswegen kann auch kein externer Texter die Gedanken und Philosophien rüberbringen, wie ich es gerne hätte.

Ich setze auf die Überzeugungskraft, die nicht aus eigener Initiative heraus geschieht, sondern durch eine abwartende Haltung, die zielstrebig ist und die darauf abzielt, alles aus sich herauszuholen. Ich denke nicht, dass in der Literatur dieser Begriff existiert. Deshalb führe ich ihn selbst mal ein und bezeichne diese Form als passive Überzeugungskunst als Fähigkeit der Überredungskunst aus dem bedeckten Hintergrund heraus.

Texte selbst erfassen

Als Freelancer arbeiten bedeutet bei mir auch sehr viel zu texten und seine Gedanken in Worte zu fassen. Das Texten ist eine meiner Leidenschaften. Doch wie bei Schriftstellern braucht man eine Weile, bis man weiß, was man eigentlich schreibt.

Bevor Schriftsteller ihre Schreibfeder aufs Papier ansetzen, grübeln sie des Öfteren eine längere Zeit, was sie überhaupt zu Papier bringen. Bei mir ist es so ähnlich. Da war diese alte Webseite, die seit geraumer Zeit in der Ecke verstaubte. Unsichtbar, unscheinbar, nicht indexiert seit einem Jahr und eine der wenigen Seiten, wo ich nicht wusste, ob daraus irgendwas wird. Doch als ich den Entschluss gefasst hatte, mich für immer vom Angestelltenverhältnis zu befreien, rückte diese Seite als weiteres Projekt wieder in den Fokus. Sie hieß ganz anders und ich bin froh darüber, dass ich den Namen nicht genommen. Diese wirre Mischung aus Online Marketing Begriffen und französischen Begriffen erzeugte einen klangvollen Namen. Doch diesen Namen konnte man sich eh nicht merken. Die wichtigsten Texte habe ich während meiner Angestelltenzeit geschrieben und sie als Entwurf abgespeichert.

Obwohl die Seite noch unsichtbar, machte sie auf sich aufmerksam, als ich eine Quelle verlinkt habe und die Quelle mich in den Kommentaren Pingback zurückverwies. Man konnte schon die Seite sehen, wenn man auf den Pingback Link klickte. Glücklicherweise sah die Seite nicht so schrecklich in dem Moment aus.

Suche nach Inspiration auf verschiedenen Kontinenten

Keine Urlaubsanträge mehr, keine festen Urlaubstage und eigenbestimmtes Organisieren von Terminen und Absprachen. Das war endlich die Freiheit, die ich als Freelancer suchte. Ich wusste, dass ich die ersten 3-4 Monate Gas geben musste, um mein Business voranzutreiben und bin vom Gaspedal runtergegangen. Doch was ich in der ersten Zeit machte, war entgegen den Vorstellungen von dem, was andere von mir erwartet hätte, wenn man noch wenig Kunden hatte.

Ich unternahm zwei Fernreisen in die USA und einmal nach Vietnam. In den USA stand Mitte Oktober der Chicago Marathon an und wenig später ging es nach New York. Ich war inspiriert von den Farben, der Welt, dem ganzen Marketing durch die Leuchtreklamen und lernte mehr über die Welt mit ihren bunten Farben, Marken und den Superlativen. Nebenbei habe ich einige Kunden an Land gezogen, die mich über komplett andere Plattformen ausfindig gemacht haben.

Brookly Bridge New York City

Die andere Reise führte mich Mitte Dezember in das Land meiner Eltern. In Südvietnam hat mich der wirtschaftliche Fortschritt in der Stadt Ho-Chi-Minh- City sehr beeindruckt. Auf einmal sehe ich Skyscraper in der Stadt. Dann höre ich vom geplanten Bau eines Metro Projekts, neue technische Innovationen und Brands entstehen über Nacht. Wenn man in Asien ist, geht man auch auf Entdeckungsreise durch die Welt der Gastronomien. Die Menschen dort sind sehr kreativ und einfallsreich, wenn es um die Zubereitung von Speisen, Getränken und Innovationen geht. Man möchte am besten alles ausprobieren und in sich aufsaugen. Die Entdeckungen gehen dort nie zu Ende. Es gibt immer was zu sehen und zu erleben.

Auszeit als Freelancer

Ich begegne dort Menschen, die so sehr auf Bewertungen angewiesen sind, dass das Business davon abhängt. Und dann gibt es Menschen, die keine Webseite haben, selten Google nutzen, aber so ein hervorragendes Business haben und kaum darauf angewiesen sind. Da wurde mir auch klar. In die letzte Gruppe möchte ich langfristig auch gehören.

Jahr 2020 und die turbulente Phase – Hochschalten auf den Turbomodus

#münchenhältzamm

Als ich wieder nach Deutschland zurückkehrte, sagte mein Instinkt, dass es nun langsam Zeit wird, die Seite zu pushen und die Kundenzahl schrittweise zu erhöhen. Schon während meiner Reise in Vietnam hatte ich einige Anfragen, die ich auf Januar vertröstet habe. In der jetzigen Phase ging es darum, die Seite weiter zu pushen. Die Homepage behandelte ich wie einen wichtigen Kunden. Ich habe jeden Tag daran gearbeitet, und zwar Schritt für Schritt wie beim Bodybuilding Training im Fitnessstudio. Man trainiert die wichtigsten Bereiche, legt eine Erholungspause ein und macht dann weiter. So war das auch bei meiner Seite.

Ich verfasste weitere Texte, sorgte für hochwertige Verweise, arbeitete weiter an Strategien. Und bekam immer mehr Anfragen, die mich über das Internet gefunden haben. Das war schon eine Überraschung, da ich eigentlich damit gerechnet hatte, dass im April die Seite sichtbar ist. Ich bekam attraktive Kunden, die Stand jetzt seit knapp einem Jahr mit mir zusammenarbeiten, obwohl sie die Flexibilität haben, monatlich bei mir zu kündigen. Und so setzte sich der Trend im Februar weiter durch und die Seite verbesserte sich weiter.

Und dann kam der März – einer der denkwürdigsten und entscheidendsten Momente im Jahr bzw. im Leben von Unternehmen. Es gab eine vorläufige Ausgangsbeschränkung in der Pandemie Phase. Viele Geschäfte großer Branchen mussten schließen, das Haus durfte man nur aus triftigen Gründen verlassen. Ich wusste ganz genau: diese Situation wird die Business-Welt auf den Kopf stellen. Ich habe mein Schwerpunkt verlagert. Denn nach dem März werden die Leute ihr Business umdenken und sind auf Unterstützung im digitalen Umfeld angewiesen. Mir war in diesem Lernprozess klar, dass ich ein anderes Modell für die kleineren Kunden entwickeln musste. Und das sah vor, dass ich auch kostenlose Erstberatungen und strategische Unterstützung anbieten musste. Die letzten Wochen im März zeigten mir auf, dass alles, was man bisher kannte, nicht in ihrer Selbstverständlichkeit so fortgesetzt werden kann. Es war draußen Totenstille. Home-Office war fast unvermeidlich, es herrschte Unsicherheit.

Die nächsten 6 Monate – es lief nach Plan

Khoa bei der ArbeitIn den Monaten ab April arbeitete ich sehr profitabel. Plan B mit Affiliate Projekten als Zusatzeinkommen sorgte bei mir für ein finanziell sicheres Polster, wodurch ich mehr Zeit in die Optimierung der Seite hatte und im April habe ich mich dann gefragt: „Na Google, was ist denn nun mit dem signifikanten Aufschwung. Kommt da nicht irgendwann mal Google Update, wovon ich profitieren werde?“. Der kam tatsächlich im Mai und der spülte meine Rankings nach oben. Und im Mai wusste ich. Endlich, jetzt geht’s endlich los. Das Ziel war die ganze Zeit, in den Top 10 zu kommen. Dafür habe ich nicht an einzelnen rumgeschraubt, sondern habe ganzheitliche Ansätze verfolgt, damit der Push kommt. Durch den Push in den organischen Rankings wusste ich aber auch, dass ich mein Business nochmal wenig anpassen musste.

Distanzierung weg von bezahlter Werbung

Ich habe in den ersten Monaten Google Ads geschaltet. Nach einigen Gesprächen mit Ads Experten war mir klar, dass das keine billige Angelegenheit sein würde. Denn mit 50 Cent Klickpreis kommt man gegenüber der Konkurrenz nicht weit. Man müsste da mit Klickpreisen um die 1 Euro oder mehr lockermachen. Einige Klickpreis Empfehlungen liegen sogar im zweistelligen Bereich. Das ist schon der Wahnsinn. Das hat mich aber nicht abgehalten, nur einige wenige Euros pro Tagesbudget zu investieren. Das habe ich seitdem dauerhaft entfernt, experimentiere aber immer wieder gern rum, wenn es um Displaykampagnen geht oder ich neue Sachen austesten will. Aber die Kundenakquise über Google Ads, Bing Ads usw. ist passé.

Die nächsten Plattformen auf der Entfernungsliste, über die ich Kundenanfragen generierte, waren die bezahlten Freelancer Plattformen. Ich kann euch hier mal verraten, wie ich die Plattformen sehen.

Folgende Portale waren hilfreich:

  • peopleperhour.com: Hier eher auf Pauschalpreis gehen anstatt Stundensätze, auf DE Aufträge mal achten.
  • freelancermap.de: Man erhält direkte Nachrichten, braucht hier ein Upgrade.
  • Karrierenetzwerke wie LinkedIn und Xing: Hier bekomme ich dauernd Anfragen unabhängig davon, ob ich suche.

Diese Portale haben mir persönlich nichts gebracht. Doch es muss nicht heißen, dass sie nichts bringen. Vielleicht habe ich mich auch nicht genug damit beschäftigt.

  • freelancer.de: auffällig viele Spam Bot Anfragen auf die Projekte und kostenpflichtig
  • twago.de: Es gibt viele interessante Projekte! Doch ich beharrte auf meinen höheren Stundensatz als der Schnitt, so dass Unternehmen lieber nach günstigeren Anbietern Ausschau halten.
  • worknsurf.de: Die Seite ist an sich interessante Auflistung der Projekte. Hier ist aber kein Projekt zustande gekommen, weil ich nicht so aktiv war.

Als meine Homepage endlich sichtbar war, war mir klar, dass die ganzen Portale nicht mehr im Fokus standen und habe sie seitdem nicht mehr genutzt. Wenn ihr neu als Freelancer anfangt, sorgt für mehr Sichtbarkeit, indem ihr euch in die Plattformen eintragt und aktiv nach Projekten sucht. Anders als bei mir würde ich empfehlen, dass schon vorzeitig zu erledigen. Also 2-3 Monate vor dem eigentlichen Start und nicht gleich 2-3 Wochen davor, wie ich es gemacht habe.

Mehr Ja zum Nein sagen – das habe ich verinnerlicht

Im zweiten Halbjahr habe ich meine Einstellung gegenüber möglichen neuen Kundenprojekten ein wenig verändert. Bei der Auftragslage bin ich derzeit so ausgelastet, dass ich nicht unbedingt nach neuen Projekten suche. Ich bekomme manchmal Anfragen, wo ich den Aufwand viel höher einschätze als der Kunde das selbst einschätzt. Und da ich die bestmögliche Betreuung für sie wünsche, muss ich leider absagen mit einigen Empfehlungen, welche Experten in welchen Fachbereichen für sie in Frage kommen.

Auch ich habe gewisse Vorstellungen, mit welchen Kunden ich zusammenarbeite. Bei mir ist es nicht so, dass ich bei jeder Anfrage gleich auf drauf anspringe. Sondern ich achte ganz genau darauf, ob die Zusammenarbeit Sinn macht. Ich empfehle Interessenten, dass sie sich damit beschäftigen, was ein Freelancer ist und vor allem was er nicht ist. Freelancer sind keine Praktikanten, Ersatz für Angestellte und vor allem nicht weisungsgebunden. Als Mitarbeiter arbeiten sie projektbezogen speziell zu ihren Tasks ohne exotische Ausflüge in andere Bereiche. Ich habe schon Nein zu Kundenaufträgen gesagt und breche auch aktuelle Kundenprojekte ab, wenn keine Basis für eine gemeinsame Zusammenarbeit besteht. In dieser Hinsicht bin ich schon knallhart.

Was sind die größten Herausforderungen als Freelancer?

Als Freelancer arbeiten bedeutet auch, seiner Linie treu zu bleiben und unabhängig von der Performance und der Entwicklung sich selbst treu zu bleiben. Ich habe am Anfang viele Entscheidungen instinktiv aus dem Bauch heraus entscheiden und stellte niemals auch nur eine Dienstleistung oder die Preisgestaltung in Frage.

  1. Sich selbst treu zu bleiben ist eine Herausforderung, der man sich stellen muss und man muss auch dazu stehen. Ich persönlich lasse mich von Menschen inspirieren. Deren Ratschläge muss ich aber nicht zwingen annehmen. Ich werde meinen Stundensatz zum Beispiel nicht nach unten korrigieren oder für andere günstiger machen, weil die Pandemie draußen wütet. Aber im Hinblick auf die unterschiedlichen Internetdienste von der kleinen Privatseite bis hin zu einer Unternehmensseite, die Millionenumsätze macht, ist ein flexibleres Modell zu berücksichtigen.
  2. Als Freelancer ist man nicht an einem 9-5 Job gebunden. Das heißt, ihr könnt selbst in eurem eigenen Ermessen bestimmen, wie ihr die Arbeitszeit gestaltet und da muss man nicht strikt zwischen 9 und 12 Uhr festgeklebt am Bürostuhl hocken. Ihr seid keine Angestellten, die täglich zum gleichen Platz laufen, um zu arbeiten. Für mich habe ich gemerkt, dass ich sehr flexibel arbeiten kann und somit meinen Fokus bei den Kunden gezielt ansetzen kann. Ich pendle zwischen mehreren Arbeitsplätzen und habe auch im Ausland gemerkt, dass ich im Café, im Supermarkt oder an anderen öffentlichen Orten wunderbar arbeiten kann.
  3. Setzt auf eure Stärken und Spezialgebiete. SEO ist zwar eine meiner großen Channels. Doch innerhalb der SEO-Welt gibt es verschiedene Disziplinen. Es gibt SEO Experten, die sich nur mit Technical SEO beschäftigen, andere lieben Linkaufbau und kreative Konzepte für bessere Rankings und dann gibt es Web-Analytics Experten und Mathematiker, die sich auf übergreifender Ebene mit Algorithmen und Wahrscheinlichkeitsrechnungen beschäftigen. Es gibt nie einen SEO, der alles besser weiß und es gibt niemand, der alle Disziplinen in SEO perfekt beherrscht. In Superlativen zu denken und zu behaupten, dass Experte x zu den besten gehört ist einfach nur Unsinn. Ich habe mich auf die Bereiche SEO OffPage, WordPress SEO & SERP Domination spezialisiert. Schließlich arbeite ich mit denen jeden Tag und kenne genau die Auswirkungen der Optimierungen genau.
  4. Hört niemals auf, besser zu sein als gestern. Bei meiner Freelancer Tätigkeit ist nicht immer alles rosig und eitel Sonnenschein. Ich werde konfrontiert mit Herausforderungen, an den schon ganze SEO Teams von Agenturen gescheitert sind, weil der Fokus auf die falsche Stelle gelegt wurde. Ich habe auch Projekte früherer Freelancer übernehmen, bei denen ich klar die Schwachstellen ihrer Arbeit gesehen habe. Andersrum wird es auch der Fall sein, wenn in Zukunft ein anderer Dienstleister meine Arbeit ansieht und sich wahrscheinlich den Kopf schüttelt, weil er vielleicht seinen Fokus auf andere Bereiche legt. SEO ist wie eine Wissenschaft. Es gibt nie eine 100% korrekte Arbeit, die von allen zustimmend angenommen wird. Ich höre aus meinem Umfeld auch immer, warum aus SEO so eine Wissenschaft gemacht wird und unnötig unkomplizierter dargestellt wird als es ist. Doch es gibt immer Disziplinen, denen man sich stellen muss. So lese ich bevorzugt, Literaturen mit Zahlenauswertungen, Fakten und durchgeführten Experimenten und deren Ergebnisse. Und wenn es mich interessiert, steige ich tiefer in die Materie, packe mir eins meiner Projekte und schraube rum und gewinne an Erkenntnissen. SEO-Optimierung muss mehr wissenschaftlich sein. Denn einfach nur lange Texte auf Seiten zu packen und eigenartige Quicklinks zu setzen wird wahrscheinlich nicht von nachhaltiger Natur sein.
  5. Such dir langfristig die passenden Kunden aus, die zu dir passen. Ich habe im Kundenportfolio eine große Anzahl an interessanten Projekten. Darunter gehören Kunden, die Millionenumsätze machen und mit mir das erste Mal die Welt des Online Marketings entdecken wollen. Ich betreue Kunden, die früher erfolgreich waren und durch die wenig nachhaltige Optimierung anderer Dienstleister deutlich an Rankings verloren haben und dann gibt es Kunden im KMU Umfeld, die sehr stark oder zum Teil durch die Pandemie leiden mussten und den Fokus verstärkt auf den Online Bereich legen. Das Feld dreht sich dabei durch verschiedenste Branchen im B2B und B2C Bereich. Trotzdem setze ich bei der Auswahl der Kunden auf klare Kriterien. Unseriöse Unternehmen kommen bei mir nicht in Frage. Auch Großunternehmen und Großkonzerne fallen ausnahmslos raus. Bei Agenturen müsste man mich schon sehr gut überzeugen können. Aber generell arbeite ich nur mit Unternehmen. Das ist der Fokus, den ich mir von Anfang an auf die Fahne geschrieben habe und damit fahre ich auch gut.
  6. Kümmert euch um die finanziellen Angelegenheiten. Buchhaltung, Fixkosten, Ausgaben, Einnahmen, Investitionen, Rechnungen und viele weitere Posten in diesem Zusammenhang sollten genau im Auge behalten werden. Ich denke, dass 3 Monatsgehälter im Optimalfall reichen sollten, um sein Business in Ruhe aufzubauen. Diese Warm-up habe ich mir gegeben. Was die Finanzierung angeht. Im Idealfall habt ihr Eigenkapital beiseitegelegt. Wenn nicht solltet ihr euch über Zuschüsse und Finanzierungen Gedanken machen. Wie jeder sein Startkapital aufbringt, muss jeder für sich entscheiden. Doch denkt daran, dass die ersten 2-3 Monate hart sein könnten, was die Kundenakquise angeht. Steuert dagegen und gebt ordentlich Gas.

Mein langfristiges Ziel – Den eigenen Weg gehen

Mit meiner Freelancer Aktivität habe ich mir eine nette Beschäftigung neben den anderen Projekten ausgesucht, die mich als Mensch etwas stärker in den Fokus von anderen Unternehmen gerückt haben. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass ich die Freelancer Aktivität nicht so schnell aufgebe, da mir die Arbeit mit Kunden sehr viel Spaß macht. Sie geben mir alle den Freiraum und die Zeit, die ich brauche, um den gewünschten Erfolg zu bringen. Denn viele von euch wissen, dass SEO auch eine Geduldsfrage ist. Meine Seite hat etwas mehr als ein halbes Jahr gebraucht, bis Google mir diesen ersehnten Push verleiht. Ich wollte die Seite ursprünglich als reinen Vertriebskanal aufbauen. Doch inzwischen ist sie mehr als das.

Langfristig gesehen möchte ich aber die Tätigkeiten auf bestimmte Felder setzen, eigene Großprojekte schaffen oder mit eigenem Engagement einen Beitrag im digitalen Umfeld der Wirtschaft setzen, anstatt mir ständig zu überlegen, wie die Titles, Descriptions oder Sitemaps optimiert werden. Mit meiner Tätigkeit habe ich erstmal eine verantwortungsvolle Herausforderung mit Unternehmen und Menschen, die bestimmte Ziele, Vision und Wünsche haben. Als Freelancer arbeiten bedeutet auch, sich neu zu formieren und sein Business unter Umständen auszulagern. Denn im Netzwerk mit anderen Profis erkennt man klarer die Herausforderungen und Hürden, die zu bewältigen sind. Deshalb werde ich auch künftig die Projekte weiter auslagern und mehr auf Austausch an komplexen Themen teilnehmen.

Ich habe mich im Jahr 2019 vom Angestelltenverhältnis befreit, weil ich dem Ruf der Freiheit gefolgt bin und bin als Freelancer diesen Schritt ein wenig nähergekommen.

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